12 Sep 2019

Normen für Hohlprofile entwickeln sich weiter

EN-Normen bilden nach wie vor die Grundlage für eine effiziente Industrie in ganz Europa. Um mit den neuesten Innovationen Schritt zu halten, brauchen sie jedoch manchmal etwas Zeit. Nach 13 Jahren entwickeln sich die europäischen Normen für Stahlbau-Hohlprofile und Rohre nun weiter. Bei Tata Steel gewährleisten wir, dass unsere Hohlprofile den Anforderungen der Normen entsprechen. Wir möchten aber auch sicherstellen, dass unsere Kunden über die neuesten Entwicklungen informiert sind und wissen, in welcher Form sie davon betroffen sein könnten. Diese jüngsten Überarbeitungen werden voraussichtlich jedoch vorerst keine größeren Auswirkungen haben. Wir erklären, warum:

Die meisten in Europa verwendeten Hohlprofile und Stahlrohre werden nach einer der folgenden Normen hergestellt und spezifiziert:

  • EN 10210 für warmgefertigte Hohlprofile für den Stahlbau (Celsius®-Profile von Tata Steel)
  • EN 10219 für kaltgeformte geschweißte Hohlprofile für den Stahlbau (Hybox®- und Strongbox®-Profile von Tata Steel)

Jede dieser Europäischen Norm bestand bislang aus zwei Teilen:

  • Teil 1: Technische Lieferbedingungen – beschreibt Begriffe und Symbole, Einteilung, Bezeichnung, technische Anforderungen, Prüfung, Probenahme und Prüfverfahren
  • Teil 2: Grenzabmaße, Maße und statische Werte – mit Einzelheiten zu Grenzabmaßen, Formtoleranzen, der Prüfung der Maße und Formen sowie Maßen und statischen Werten

Beide Normen wurden zuletzt 2006 vollständig überarbeitet und veröffentlicht. Das Europäische Komitee für Normung (CEN), das diese Standards überprüft, arbeitet schon seit mehreren Jahren an weiteren Änderungen. Neue Versionen von EN 10210 Teil 2 (2019) und EN 10219 Teil 2 (2019) wurden nun offiziell veröffentlicht. Diese überarbeiteten Versionen ersetzen die Versionen aus dem Jahr 2006 – allerdings nur für den Teil 2.

Änderungen, die nur an Teil 2 der Normen vorgenommen werden, könnten jedoch die CE-Kennzeichnung gemäß der Bauproduktenverordnung erschweren. Die CE-Kennzeichnung hängt sowohl von Teil 1 als auch von Teil 2 der EN 10210 oder EN 10219 ab. Da Teil 1 (2006) auf Teil 2 (2006) verweist, bleibt die alte Norm aus Sicht der CE-Kennzeichnung bestehen, bis weitere Überarbeitungen an Teil 1 vorgenommen worden sind.

Änderungen an Teil 2 der Normen EN 10210 und EN 10219 sind nur geringfügig und haben voraussichtlich keine Auswirkungen auf die große Mehrheit der Käufer oder Nutzer von Hohlprofilen. Die Überarbeitung aus 2019 hinsichtlich Teil 2 der EN 10210 führt einige zusätzliche Optionen ein, die der Käufer zum Zeitpunkt der Anfrage und Bestellung angeben kann. Dazu gehören Toleranzoptionen für die Unrundheit von dünnwandigen kreisförmigen Hohlprofilen mit großem Durchmesser, vor allem aber die Möglichkeit, einen Kantenradius mit maximal 2T für jede Ecke anzugeben.

EN 10219 Teil 2 (2019) führt auch die Option der Vereinbarung von Toleranzen der Unrundheit für dünnwandige Rundrohre mit großem Durchmesser ein, nimmt aber erstmals auch elliptische Rohre in diese Norm auf, während ein informativer Anhang zu zusätzlichen Formtoleranzen für Pfahlrohre entfernt wird.

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Warum kommt es zu diesen Änderungen?

Alexandre Beltrao, Standards Manager bei Tata Steel, erklärt, warum vorerst nur Änderungen an Teil 2 der Hohlprofilnormen vorgenommen werden: „Die EN-Normen für Stahlbau-Hohlprofile regeln nicht nur die Art und Weise, wie diese Stahlprodukte hergestellt und vertrieben werden, sondern auch, wie ihre Leistung gemäß der Bauproduktenverordnung zu deklarieren ist. Dies ist von grundlegender Bedeutung für die Bauplanung und gewährleistet die Sicherheit von Gebäuden und Bauwerken. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass innerhalb der Normen alles zweifelsfrei und eindeutig aufeinander abgestimmt ist. Daher werden Änderungen Schritt für Schritt durchgeführt.“

Verschiedene Stahlgüten, die höhere Streckgrenzen und andere Eigenschaften wie eine verbesserte Korrosionsbeständigkeit bieten, sind immer häufiger verfügbar. Zukünftige Anpassungen werden diese wahrscheinlich berücksichtigen, die bislang im Teil 2 veröffentlichten Änderungen sind dagegen nur minimal.

Wie auch immer die Zukunft der Normung aussieht, Tata Steel wird seine starke Marktposition beibehalten. Grund dafür sind das breite Produktsortiment sowie die herausragende Qualität der Hohlprofile und Rohre – sowohl bei warmgefertigten als auch bei kaltgeformten Produkten. Wir halten uns natürlich weiterhin an die Regularien und Normen und arbeiten ständig daran, sie zu übertreffen, um sicherzustellen, dass unsere Kunden und Lieferkettenpartner stets von den neuesten Entwicklungen profitieren.





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